„Wachet auf ihr Menschenkinder – schon naht die heilige Zeit“
Wohltuende adventliche Volksmusik beim 58. Maria Ecker Adventsingen
Siegsdorf: Bereits zum 58. Mal trafen sich im Advent heimische Sänger und Musikanten zum „Adventlichen Singen und Musizieren“ in der Wallfahrtskirche Maria Eck. Eingeladen hatten auch heuer wieder die „Siegsdorfer Sänger“ um Hauptorganisator Sepp Berthold, die sich als Unterstützung die Vachendorfer Zithermusi, die Saaldorfer Sängern, die Elstätzinger Geigenmusik und die Weisenbläser der Musikkapelle Vogling-Siegsdorf geholt hatten. Die vier jungen Burschen eröffneten die musikalische Stunde im bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus mit melodischen und weichen Blechbläser-Klängen bei „Wachet auf ihr Menschenkinder“, dem sich die Saaldorfer Sänger mit dem bekannten „S´Gebot is ausganga vom Kaiser August“ anschlossen. Bruder Markus Scholz, der Guardian des Klosters Maria Eck freute sich über die „musikalische Einstimmung auf das Fest der Erlösung“ mit alpenländischen Liedern und Weisen und verband die vielfältigen Klangrichtungen mit spannenden Gedanken zum „Warten auf den Immanuel, den Erlöser, den Gott mit uns“. Unverkennbar, mit feinster Abstimmung und überraschender Melodienvielfalt sorgte die Elstätzinger Geigenmusi mit Geige, Klarinette, Harmonika, Harfe und Kontrabass beim beschwingten Simon-Walzer ebenso wie beim Orgel-Landler, einem wunderbaren Jodler oder den „Pongauer Weisen“ für besondere Akzente. Mit „Königin voll Herrlichkeit“ und „Oh heilige Muatta“ schickte der Saaldorfer Viergesang einen Lobpreis auf die Gottesmutter in die Wallfahrtskirche und konnte dabei auf seinen erfahrenen Frauendreiklang bauen, der vom feinen Timbre des Männerbasses harmonisch abgerundet wird. Begleitet und geführt von der Harfe freuten sie sich auch bei „Ach mein Seel fang an zu singen“ auf das „Kommen des Erlösers“. Mit drei Zithern und Gitarre steuerte die Vachendorfer Zithermusi mit einem Menuett aus Franken, dem Walzer „An Gerhard seiner“ und „da Muglate“ klassische Zithermusi-Klänge bei. Die Siegsdorfer Sänger mit Sepp Berthold, Hans Mader, Hans Ramstötter und Sigi Brandl sorgen seit vielen Jahren vor allem in Kirchenräumen mit ihrem ausgewogenen und klangvollen Männergesang immer wieder für besondere Momente und begannen mit dem stimmgewaltigen „Rorate“, dem sie ein zartes „Maria, Jungfrau voller Ehr“ und das kernige Herbergslied „Nacht´n spat so uma Neune“ folgen ließen.
Bruder Markus, der sich zu Beginn seiner Gedanken fragte: „Auf was oder wen warten wir eigentlich, wo doch der den es zu erwarten gilt, schon längst unter uns ist? überraschte dann mit spannenden Gesichtspunkten des Wartens. „Warten im Advent heißt, Warten auf den Immanuel, den Gott mit uns, der uns von den lieb gewordenen Lebensgewohnheiten wegholt in das „Draussen“ der Welt. Warten im Advent heißt neue Wege zu gehen, sich zu öffnen und selbst zu Trägern der Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit zu werden. Denn Advent ist immer, solange Menschen auf Gottes Gerechtigkeit und seinen Frieden warten“. Die nachdenklichen und aufmunternden Worte unterstrichen die Bläser immer wieder mit einer melodischen „Hirtenweise“, einem freudigen „Dem Himmel sei Dank“ und dem erfrischenden „Wie fröhlich schallt es“, bevor der Geistliche seine Gedanken mit der freudigen Botschaft „Gott wird einer von uns“ abschloss. „Machen wir uns, wie die Hirten, auf den Weg und bringen den Menschen die freudige Nachricht über den „Gott für uns und bei uns“, der den Frieden bringen will nachdem die Welt sich sehnt“!
Dem schlossen sich der Saaldorfer Viergesang mit der Hoffnung „Es wird ein Stern aufgehen“ und die Vachendorfer Zithermusi mit dem „Seisenberg Marsch“ freudig an. Die Siegsdorfer Sänger fragten sich „Was is denn da drunt auf´n Land für a Röt“ und die Elstätzinger Geigenmusi leitete mit der schönen Weis „A bsondere Nacht“ über zur abschließenden „Frasdorfer Weis“ der Bläser. Nach einem gemeinsamen Gebet und dem Segen des Priesters für die Musikanten und die Besucher ging ein stimmiges und beeindruckendes „Adventliches Singen und Musizieren“ mit dem gemeinsamen Andachtsjodler und andauerndem Applaus für den wohltuenden adventlichen Sonntagnachmittag zu Ende. Die großzügigen Spenden der zufriedenen Besucher übergaben die Siegsdorfer Sänger bei der anschließenden Einkehr mit allen Mitwirkenden an die Klosterbrüder, als finanzielle Unterstützung für die anstehende Sanierung des Treppenaufgangs zur Wallfahrtskirche.
Franz Krammer




